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Warum eine Eingewöhnung in der Tagesfamilie so wichtig ist

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Viele Eltern erleben ihr Kind als offen, freundlich oder „unkompliziert“ und fragen sich, ob eine Eingewöhnung wirklich nötig ist. Die Antwort ist klar: Ja. Immer – zumindest bei Kindern, die noch nicht schulpflichtig sind.

Denn ob ein Kind tatsächlich eine sichere Bindung zu einer neuen Betreuungsperson aufbauen konnte, erkennt man nicht auf den ersten Blick. Gerade in den ersten Tagen wirken viele Kinder ruhig, beobachten viel oder funktionieren einfach mit. Doch das bedeutet nicht, dass sie sich innerlich sicher fühlen. Eine gute Eingewöhnung ist deshalb kein Extra, sondern das Herzstück einer pädagogisch hochwertigen Betreuung.

Warum diese Regel für noch nicht schulpflichtige Kinder gilt

Vorschulkinder brauchen eine feste Bezugsperson und einen sicheren Rahmen, um sich in einer neuen Umgebung wohlzufühlen. Bei Schulkindern ist der Einstieg weniger intensiv, da sie bereits Erfahrung mit Trennungen und neuen Situationen haben. Eine kurze, begleitete Startphase reicht hier in der Regel aus.

Sicherheit entsteht nicht von allein

Damit ein Kind in einer neuen Umgebung spielen, lernen und Vertrauen fassen kann, braucht es vor allem eines: eine verlässliche Betreuungsperson, die es Schritt für Schritt kennenlernen darf.

Diese Beziehung entsteht nicht spontan, sondern in einer bewusst gestalteten Anfangsphase. Das Kind erlebt die neue Umgebung zuerst mit einer vertrauten Person. Die Tagesmutter oder der Tagesvater baut behutsam Kontakt auf. Das Kind sammelt erste positive Erfahrungen und versteht: Hier ist jemand für mich da. Erst wenn diese Basis steht, kann ein Kind sich entspannen, neugierig werden und sich auf andere Kinder einlassen.

Unauffälliges Verhalten bedeutet nicht Sicherheit

Manche Kinder weinen am Anfang, andere sind still und beobachten. Beides ist normal. Aber aus dem Verhalten eines Kindes der ersten Tage lässt sich nicht erkennen, ob es eine sichere Bindung hat. Viele Kinder zeigen Stress nicht sofort, sondern erst später – nach ein paar Tagen, nach der ersten Trennung oder sogar erst nach mehreren Wochen. Eine sorgfältige, gut abgestimmte Eingewöhnung kann genau diese spätere Überforderung verhindern.

Warum Nidino ein klares Eingewöhnungskonzept hat

Unser Konzept haben wir nicht, weil man „halt eines haben muss“ oder weil es fancy klingt, sondern weil es in der täglichen Arbeit entscheidend ist und ein wichtiges Werkzeug in einer Tagesfamilie ist.

Das Konzept stellt sicher, dass die Tagesfamilie das Kind wirklich kennenlernt, das Kind die Betreuungsperson als vertraut und sicher erlebt, Trennungen erst dann stattfinden, wenn das Kind bereit ist, Eltern und Betreuungsperson gemeinsam beobachten, was das Kind braucht, und der Übergang in den Alltag ruhig und kindgerecht erfolgt.

Die Dauer der Eingewöhnung richtet sich nach den Bedürfnissen des Kindes – und das bedeutet in der Praxis, dass Eltern genügend Zeit einplanen sollten, bevor sie wieder arbeiten oder feste Termine wahrnehmen. Eine gute Eingewöhnung gelingt nur, wenn diese Zeit vorhanden ist. Die Botschaft ist simpel und wichtig: Eingewöhnung braucht Zeit, und diese Zeit muss eingeplant werden.

Eingewöhnung in der Praxis: Ein Prozess, kein Wettlauf

Bei Nidino sieht der Einstieg typischerweise so aus:

1. Ein Elternteil bleibt in der Tagesfamilie, während das Kind die Umgebung erkundet.

2. Die Betreuungsperson nimmt aktiv Kontakt auf, begleitet, spielt und beobachtet.

3. Erste kurze Trennungen erfolgen erst dann, wenn das Kind erste Sicherheit zeigt.

4. Die Trennungsphasen werden langsam verlängert.

5. Das Kind findet schrittweise in den regulären Alltag hinein.

Diese Schritte gelten für alle Kinder vor Schuleintritt. Bei Schulkindern fällt die Eingewöhnung aufgrund ihres Entwicklungsstands deutlich kürzer aus, bleibt aber bewusst begleitet.

Eltern vertrauen uns ihr Wertvollstes an

Damit wir dieser Verantwortung gerecht werden, braucht es eine stabile Grundlage. Eingewöhnung ist kein organisatorischer Ablauf, sondern Beziehungsarbeit. Nur wenn diese Basis stimmt, können wir das tun, was gute Tagesfamilien ausmacht: Kinder sicher begleiten, fördern, trösten, ermutigen und durch den Alltag begleiten.

Nidino steht für Qualität – und Qualität braucht Beziehung

Bei Nidino hat die Qualität der Beziehung Vorrang. Spontanbetreuung ohne Eingewöhnung passt nicht zu unserem pädagogischen Anspruch.